ᵠ Produktion und Regie: BlendKultur, Alexander Schröder / Kamera: Lena Fakler, Joachim Lutz, Nico Bouffil u. Alexander Schröder  / Ton: Sebastian Sommer, Fabian von Seggern / Aufnahmeleitung: Sebastian Sommer / Philosophie: Zlatko Valentic / Assistenz: Paul Schulmeister / Musik: Timo Klabunde


Wenn ich [...] nun von dem Portrait, das ich vom gegenwärtigen Menschen zeichne, behaupte, daß es nicht nur den heutigen abbilde, sondern auch den morgigen und übermorgigen treffe, also in gewissen Sinne ein “endgültiges Portrait” sei, so tue ich das nicht aus Anmaßung [...], sondern allein deshalb, weil das Stadium, das ich schildere [...] endgültig und irrevokabel ist
— Günther Anders

Plakat zur Sendung

Zum Thema

Ein Denker, der in seiner Philosophie, ein 'endgültiges Portrait' des Menschen zeichnet, mag vorerst verwundern. Denn ist nicht gerade in einer sich ständig verändernden Welt auch der Mensch vor die Aufgabe gestellt, sich ständig mit-zu-verändern – sich also einem endgültigen Portrait zu entziehen?

In dieser Sendung sind wir vor die Aufgabe gestellt, einen Denker ernst zu nehmen, der uns ein pessimistisches, endgültiges Portrait von uns vorhält und uns gerade dazu auffordert, dieses zu betrachten. Wenn wir dieser Aufforderung ernsthaft nachgehen, unser Schamgefühl ablegen, dann können wir einen Blick auf dieses Portrait wagen. Denn das ist die Prüfung, vor die uns das Denken unseres heutigen Philosophen stellt. Wenn wir sie bestehen und nicht erschrocken davor zurückweichen, wenn wir nicht gleich entgegenhalten, dass dies ja gar nicht wir sein können, dann werden wir in die Gedankenwelt eines Philosophen eintauchen, der nicht konform ging mit den Portraits seiner Zeit. Dann werden wir die Andersartigkeit seines Portraits verstehen. Der Philosoph unserer heutigen Sendung ist – Günther Anders. 

Wie wir das endgültige Portrait von Anders verstehen können, welches Bild es von uns zeichnet und was für Konsequenzen sich daraus ergeben? Darüber möchte ich heute mit einem Gast in einen Dialog treten, der es nicht nur weiß, vorsichtig die Scham vor der Andersartigkeit der Gedankenportraits von Anders abzulegen, sondern uns vielleicht zeigen kann, durch welche Farben und mit welchen Methoden uns Anders überhaupt zum Schämen bringt – Christian Dries.


Denken mit Christian Dries


Literatur zur Sendung


Günther Anders liest seine Geschichte "Die beweinte Zukunft" (1987)


Es genügt nicht, die Welt zu verändern. Das tun wir ohnehin. Und weitgehend geschieht das sogar ohne unser Zutun. Wir haben diese Veränderung auch zu interpretieren. Und zwar, um diese zu verändern. Damit sich die Welt nicht weiter ohne uns verändere. Und nicht schließlich in eine Welt ohne uns.
— Günther Anders

Herzlichen Dank an: Quadrille TheatercaféSaturn FreiburgUniversität FreiburgHohe Luft Magazin.

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